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Wein im Sommer genießen

Wein im Sommer genießen

Geschrieben von Miriam Schröer am .

Hochsommer! Strahlender Sonnenschein, azurblauer Himmel und höchstens ein paar kleine, weiße Wattewölkchen – herrlich! Was passt besser in die schönste aller Jahreszeiten als ein kühles Getränk?
Für Wein ist es zu heiß, meinst du? Dabei passt Wein auch bei warmen Temperaturen. Nicht jeder Wein, aber eben gar nicht mal so wenige. Welche das sind, verrate ich dir in diesem Beitrag.

Wahrscheinlich sind wir uns darin einig, dass in der größten Mittagshitze Hitze im Sommer kaum jemand einen schweren Rotwein trinken möchte.
Aber wenn man es recht überlegt: Wann genießen wir üblicherweise ein Glas Wein? Meistens doch am Abend, nach der Arbeit, wenn wir Zeit und Muße haben und die Temperaturen wieder erträglicher werden. Und was lädt mehr zum Zelebrieren des Lebens ein als laue Sommerabende unter freiem Himmel?

Bei Hitze freut sich der Körper über Abkühlung und der Geist über unkomplizierten Genuss.
Was die Abkühlung angeht, wäre also klar: ein Sommerwein kommt auf jeden Fall schön kühl ins Glas. Was für Weißwein und Roséwein selbstverständlich ist, geht auch – ja, wirklich! – mit Rotwein.
Und was das Unkomplizierte angeht: ein Sommerwein ist tendenziell duftig, fruchtig und „leicht“.

Sommerweine in Weiß
Sommerweine in Rosé
Sommerweine in Rot

Sommerweine in Weiss

Die Weißweinliebhaber haben wahrscheinlich die größte Auswahl, was sommertaugliche Weine angeht. Schauen wir uns mal ein paar Optionen an.
Wenn es warm ist, funktionieren am besten duftige und fruchtbetonte Weine. Das sind meistens eher junge oder jugendliche Weine. Aromen von Blüten, weißen oder gelben Früchten spiegeln unsere liebste Jahreszeit wider. Wer es nicht allzu saftig-fruchtig möchte, greift zu mineralischen Weinen mit dezenterer Aromenausprägung.
Eine knackige Säure belebt die Sinne und ein tendenziell niedrigerer Alkoholgehalt kann nicht schaden, ist aber beides kein Muss.
Lass’ im Hochsommer auf jeden Fall deinen teuren barrique-gereiften Chardonnay lieber im Keller, der schmeckt viel besser an kühleren Tagen. Weißweine, die im Stahltank vergoren und ausgebaut wurden, spielen ihre Fruchtaromen und Frische voll aus und sind daher tolle Sommerbegleiter.

Und wie findest du jetzt deinen Lieblingsweißwein für den Sommer? Wenn du deine Vorlieben in etwa kennst, ist das gar nicht so schwierig. Du magst es

  • knackig-frisch und fruchtig -> probiere Sauvignon Blanc aus der Steiermark, Vinho Verde aus Portugal, Albarino aus Rias Baixas
  • frisch und würzig -> Grüner Veltliner Weinviertel DAC Klassik könnte dein Sommertyp sein.
  • mineralisch mit knackiger Säure: halte Ausschau nach Riesling von der Mosel
  • dezent fruchtig und würzig -> probier mal Fiano aus Süditalien
  • duftig und trinkig -> Muskateller aus der Südsteiermark

Beim Einkauf können dir z. B. diese Informationen auf dem Etikett helfen:

  • Jahrgang (1-2 Jahre alt)
  • Bezeichnungen wie: Klassik, Kabinett
  • Sorte: Riesling, Grüner Veltliner, Sauvignon Blanc, Welschriesling, Muskateller, Alvarinho, Verdejo, Müller-Thurgau

Die optimale Temperatur beim Einschenken ist 8-10°C – im Glas wird der Wein schnell wärmer.

Sommerweine in Rosé

Du magst etwas mehr Farbe im Glas? Dann probier‘ unbedingt Roséweine!
Nicht umsonst gewinnt Rosé immer mehr Liebhaber. Schon die attraktive Farbe ist ein Sommerversprechen. Das rosarote Outfit allein ist zwar noch kein Garant für Genuss an heißen Tagen, aber die meisten Rosés sind Easy-Drinking-Weine mit Frische und Frucht – wie gemacht für die heiße Jahreszeit.
Roséweine gibt es in einer riesigen Vielfalt – vom zartesten Rosa bis hin zu Quietschpink und von zurückhaltend-elegant bis zu intensiv beerenfruchtig.
Im Gegensatz zu Weiß- und Rotweinen kann dir die Farbe beim Rosé etwas über den Geschmack und die Struktur des Weins verraten.
Faustregel: je dunkler die Farbe, desto mehr Struktur wird der Wein haben (Tannin aus der längeren Maischestandzeit) und desto intensiver wird der Geschmack. Hellfarbige Roséweine haben meist zartere Aromen.

Du hast die Qual der Wahl – Rosé gibt es aus aller Herren Länder und aus einer Vielzahl an Rebsorten. Welcher Stil könnte dir gefallen?
Auf dem Etikett achte z. B. auf:

  • den Jahrgang (jung)
  • Bezeichnungen wie: Klassik, Kabinett
  • die Sorte: Zweigelt (hellrosé und fruchtig),
  • die Herkunft: Provence (sehr hell, trocken und elegant), Anjou (halb-trocken und fruchtig),

Wie beim Weißwein ist die optimale Serviertemperatur ca. 8-10°C.

Sommerweine in Rot

Und was ist nun mit den Rotweinfans? Auch die kommen im Sommer nicht zu kurz. Es gibt gar nicht so wenige Rotweine, die es mögen, etwas kühler serviert zu werden. Nicht ganz so kalt wie unsere weißen und rosa Kandidaten, aber ca. 12 °C dürfen es schon sein. Denk daran, dass der Wein an heißen Sommertagen im Glas sehr schnell wärmer wird.
Ganz wichtig für kühlen Rotweingenuss: wähle einen fruchtbetonten Wein mit milden Tanninen. So genannte „große“ Weine bitte niemals zu kühl trinken, die heben wir uns lieber für lauschige Kaminabende auf.

Was wird dein Sommer-Rotwein? Geeignete Sorten / Stile sind beispielsweise:

  • Vernatsch / Schiava / Trollinger (beerenfruchtig und saftig)
  • Bardolino
  • Beaujolais
  • Grenache / Garnacha
  • Pinot Noir / Spätburgunder
  • Mencia (spanischer Geheimtipp)
  • Merlot (fruchtig und mit weichem Tannin)
  • Portugieser

Das sind doch schon eine ganze Menge Optionen für einen genussvollen Sommer. Dann ab in den Kühlschrank mit den Bouteillen!
Meine Anregungen erheben natürlich keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit, es gibt mit Sicherheit noch mehr sommertaugliche Weine jeder Coleur zu entdecken. Wie immer gilt: Probier dich durch die weite, bunte Weinwelt und finde deinen Sommerwein.

Übrigens: Wenn der Wein im Glas doch mal zu schnell zu warm werden sollte: ein Eiswürfel im Glas ist längst kein Frevel mehr! Und wenn dir das “Verwässern” deines Weins mit Eis nicht so sympathisch ist, dann leg’ dir einfach ein paar superpraktische wiederverwendbare “Eiswürfel” aus Edelstahl zu.

Und außerdem sind ja auch noch diverse Spritzervarianten und Wein-Cocktails möglich. Aber das ist eine andere Geschichte.

Du möchtest mehr darüber erfahren, wie du deinen persönlichen Lieblingswein findest? Hol‘ dir das Wissen dazu in meinem Sensorik-Workshop!

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