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Verschluss-Sache: Korken, Schrauber und Co.

Verschluss-Sache: Korken, Schrauber und Co.

Geschrieben von Miriam Schröer am .

Flaschenverschlüsse – Arten, Vorteile, Nachteile und wie man sie öffnet

Wenn du öfter Wein für zu Hause kaufst, ist dir sicher schon aufgefallen, dass Weinflaschen mit verschiedensten Verschlüssen erhältlich sind.
In diesem Artikel erfährst du, welche Verschlussarten es für die traditionelle Weinflasche aus Glas gibt und welche Vor- und Nachteile der jeweilige Verschluss hat. Außerdem – auch nicht immer so klar – gibt es Tipps dazu, wie man die unterschiedlichen Flaschenverschlüsse gekonnt öffnet.

Wie du angebrochene Weinflaschen wieder verschließt, um den Wein später weiter zu genießen, kannst du übrigens hier nachlesen.

Gängige Verschlüsse für Weinflaschen aus Glas sind:

Schraubverschluss
Glasstopfen
Korkverschluss
Naturkork, Presskorken, Scheibenkorken, Sekt- und Champagnerkorken, DIAM-Korken, Kunststoffkorken
Das Drumherum: Kapsel, Wachs, Agraffe

Schraubverschluss

Mit einem Drehverschluss oder salopp „Schrauber“ verschlossene Weine sind mittlerweile ein gewohntes Bild in den Weinregalen der Einzelhändler.

Die Kappe eines Schraubverschlusses für Weinflaschen besteht in der Regel aus einer Aluminium-Legierung und einer Kunststoffdichtung. Der Flascheninhalt ist vor äußeren Einflüssen geschützt und auch der Verschluss selbst beeinträchtigt den Geschmack des Weins nicht.

Die Vorteile:

  • Dichtigkeit:
    Die Flasche ist dicht verschlossen, der Wein vor äußeren Einflüssen geschützt.
  • Geschmacksneutralität:
    Einen „Korkschmecker“, der durch fehlerhafte Naturkorken verursacht wird, musst du beim Schraubverschluss nicht befürchten.
  • Einfach zu öffnen:
    Kein Werkzeug erforderlich, einmal drehen und die Flasche ist auf.
  • Einfach zu lagern:
    Weinflaschen mit Drehverschluss kannst du auch stehend lagern – die Verschlüsse trocknen nicht aus, wenn sie keinen Kontakt mit Flüssigkeit haben.
  • Einfach wieder zu verschließen:
    Die Flasche ist nicht leer geworden? Kappe wieder draufdrehen, Flasche zu!
  • Kosten:
    Im Vergleich zum Naturkorken ist der Schraubverschluss günstiger – das wirkt sich letztlich auch auf den Preis einer Flasche Wein aus.

Die Nachteile:

  • Image:
    Der Schrauber hatte lange mit Imageproblemen zu kämpfen. Die landläufige Meinung war, dass Drehverschlüsse billig aussähen und nicht für die Lagerung von Weinen taugten. Das hat sich (zum Glück) mittlerweile geändert. Der Schrauber ist allgegenwärtig und viele Vorurteile konnten widerlegt werden.
    Der ein oder andere Weintrinker mag finden, dass der Schraubverschluss nicht besonders elegant aussieht. Das liegt aber wohl im Auge des Betrachters. Die eigens für Weinflaschen entwickelten Long Caps, zum Beispiel die Stelvin Cap, stehen in meinen Augen der Stanniolkapsel eines mit Korken verschlossenen Weins in nichts nach.
    Auch das vielzitierte „Plopp“ beim Öffnen, das die Korkenfans beim Schrauber vermissen, ist eigentlich ein Nicht-Argument: stilvoll öffnet man Flaschen (auch Schaumwein) möglichst geräuschlos.
  • Alterungspotenzial:
    Lange hielt sich die Ansicht, dass mit Schrauber verschlossene Weine nicht lagerfähig seien.
    Für einen großen Teil der Weine ist dies ohnehin irrelevant – für den schnellen Konsum gemachte Weine sind in einer Flasche mit Drehverschluss goldrichtig aufgehoben.
    Für Weine mit Entwicklungspotenzial gilt: das Argument der Traditionalisten konnte bereits in mehreren Studien widerlegt werden. Insbesondere die Australier als ausgesprochene Fans des Drehverschlusses füllen auch hochwertigste Weine in Flaschen mit Schraubverschluss und über viele Jahre hat sich herauskristallisiert, dass die Weine gleichmäßig und gut in der Flasche reifen.

Öffnen:

  • Einfach drehen
    Tipp: Sei trotzdem vorsichtig: die Perforation zwischen Kappe und „Kapsel“ kann mitunter scharfkantig sein (ich habe es schon geschafft, mir damit in den Finger zu schneiden).
Super easy als Verschluss: der "Schrauber". Und als Long Cap auch sehr ansehnlich.

Fazit:
Super easy und schnell zu öffnen. Praktisch, weil du eine angebrochene Flasche schnell wieder verschließen kannst. Ideal auch für Picknick und Urlaub: du musst nicht eigens an einen Korkenzieher denken.

Glasstopfen

Auch den Verschluss aus Glas findet man recht häufig. Da dieser sich unter einer Fixierungskapsel versteckt, ist er nicht immer auf Anhieb erkennbar.

Der Glasverschluss besteht aus einem Glasstopfen mit einer ringförmigen Kunststoffdichtung. Der Stopfen wird in den Flaschenhals gesteckt und sitzt aufgrund der Dichtung sicher und fest. Der Flascheninhalt ist vor äußeren Einflüssen geschützt und der Glasverschluss hat keinerlei Auswirkungen auf den Geschmack des Weins.

Die Vorteile:

  • Dichtigkeit:
    Die Flasche ist dicht verschlossen, der Wein vor äußeren Einflüssen geschützt.
  • Geschmacksneutralität:
    Einen „Korkschmecker“, der durch fehlerhafte Naturkorken verursacht wird, musst du auch beim Glasstopfen nicht befürchten.
  • Einfach zu öffnen:
    Der Glasstopfen lässt sich unkompliziert aus dem Flaschenhals „heraushebeln“.
    Nur, wenn die Kapsel kein Abrissband hat, benötigst du zusätzlich ein scharfes Messer.
  • Einfach zu lagern:
    Weinflaschen mit Glasverschluss kannst du ebenfalls stehend lagern – der Verschluss benötigt keinen Kontakt mit Flüssigkeit.
  • Einfach wieder zu verschließen:
    Die Flasche ist nicht leer geworden? Glasstopfen wieder in den Flaschenhals hineindrücken bis es „klickt“ und die Flasche ist wieder fest verschlossen.
  • Nachhaltig:
    Der Glasstopfen Vinolok ist laut Hersteller Alcoa voll recyclingfähig.
  • Kosten:
    Glasverschlüsse sind etwas kostengünstiger als gute Naturkorken (aber dennoch viel teurer als Schraubverschlüsse) – das kann den Verkaufspreis einer Flasche Wein erhöhen.

Die Nachteile:

  • Image:
    Das Image des Glasstopfens ist besser als das der Schraubverschlusses. Wieder geht es dabei vorwiegend um die Optik und nicht um den Nutzen – in den Augen der meisten Verbraucher ist der Glasstopfen eleganter als der Schrauber.
  • Alterungspotenzial:
    Wie beim Drehverschluss gab es lange Vorbehalte gegen die Lagerfähigkeit von mit Glasstopfen verschlossenen Weinen.
    Bei Weinen, die für den zeitnahen Genuss gemacht sind, ist das Argument ohnehin obsolet.
    Für Weine mit Entwicklungspotenzial gilt: mit Vinolok verschlossene Weine entfalten sich langsamer – selbst schwere Rotweine bewahren ihre jugendliche Frische und Fruchtigkeit.

Öffnen:

  • Wenn die Kapsel nicht über ein Abrissband verfügt, benötigst du ein Messer zum Abschneiden der Kapsel. Durch Druck mit dem Daumen von unten gegen den Glasstopfen kannst du diesen dann aus der Flasche hebeln. Mitunter braucht es etwas Kraft.
    Tipp: Lange Fingernägel können das Öffnen dieses Verschlusses erschweren.

Fazit:

Schnell und einfach zu öffnen, eventuell ist ein Messer für die Kapsel erforderlich. Praktisch, weil du eine angebrochene Flasche schnell wieder verschließen kannst. Ideal auch für Picknick und Urlaub: ein Korkenzieher ist nicht notwendig.

Korkverschluss

Das Thema Korken verdient eigentlich einen eigenen Blogbeitrag – Kork ist nämlich bei Flaschenverschlüssen nicht gleich Kork. Ich beschränke mich hier auf die folgenden Varianten:

  • Naturkork
    wird in einem Stück aus der Rinde einer Korkeiche herausgestanzt und ist zwischen 38 und 60 mm lang.
  • Presskorken
    ist ein aus Korkgranulat gepresster und geleimter Verschluss
  • Scheibenkorken
    ist ein Presskorken, der auf einer oder beiden Stirnseiten mit einer Naturkorkscheibe versehen ist
  • Kunststoffkorken
    ist ein künstlich hergestellter Verschluss in Korkoptik

Naturkork

„Der“ traditionelle Weinverschluss ist ein Naturprodukt, das aus der Rinde der Korkeiche hergestellt wird. Die Ernte, Bearbeitung und Herstellung von Kork ist aufwändig und teuer, somit auch der Verschluss.
Leider ist Naturkork öfter fehlerbehaftet, als einem lieb sein kann – und mit einem fehlerhaften Korken verschlossener Wein wird ungenießbar.

Die Vorteile:

  • Dichtigkeit:
    Die Flasche ist auslaufsicher, aber nicht gasdicht verschlossen. Der Korken ist gasdurchlässig und eine winzige Menge Sauerstoff kann durch den Verschluss diffundieren. Davon können Weine bei der langfristigen Lagerung profitieren.
  • Image:
    Der Naturkorken hat nach wie vor einen guten Ruf als Verschluss für hochwertige Weine. Ungeachtet aller Nachteile geht es um die Ästhetik und das Weinerlebnis – vielen Weinliebhabern fällt es schwer, auf das Ritual des Korkenziehens zu verzichten.
  • Alterungspotenzial:
    Dass Weine, die mit Naturkorken verschlossen sind, lange und gut reifen können, ist seit Jahrhunderten bekannt. Funktioniert super – solange der Korken intakt ist.
  • Nachhaltig:
    Naturkorken sind zu 100 % biologisch abbaubar und können abfallfrei recycelt werden. Und nicht nur das: Da die Bäume bei der Ernte der Korkrinde nicht gefällt werden, ist der Ernteprozess laut WWF einer der umweltfreundlichsten weltweit. Korkwälder wiederum speichern CO2 und tragen zum Erhalt der Artenvielfalt bei.

Die Nachteile:

  • Geschmacksneutralität:
    Fehlerhafte Naturkorken führen zum gefürchteten „Korkschmecker“ – der Wein riecht muffig, modrig oder chemisch, manchmal auch erdig. Die Fruchtigkeit oder Sortentypizität ist verdeckt. Der Geschmack kann unangenehm bitter und adstringierend sein. Oft ist der Fehler aber nur geruchlich wahrnehmbar – der Wein ist jedenfalls hinüber.
  • Nur mit Werkzeug zu öffnen:
    Für das Entfernen des Korkens aus dem Flaschenhals benötigst du einen Korkenzieher.
    Bei Weinen, die lange gelagert wurden, ist der Korken oft brüchig geworden und lässt sich mit dem normalen Korkenzieher nicht mehr entfernen, ohne dass er auseinanderfällt. Für solche Fälle brauchst du dann Spezialwerkzeug, zum Beispiel einen Spangenkorkenzieher.
  • Lagerung:
    Weinflaschen mit Naturkorkverschluss solltest du möglichst liegend lagern – ohne Kontakt mit der Flüssigkeit können die Verschlüsse austrocknen und undicht werden.
  • Wieder verschließen:
    Die Flasche ist nicht leer geworden? Einmal entfernt, lässt sich ein Naturkorken meist nicht mehr in den Flaschenhals zurückdrücken – das im Flaschenhals zusammengepresste Material dehnt sich nach dem Entfernen etwas aus. Manchmal klappt es, den Korken umgedreht in den Flaschenhals zu drücken – persönlich lehne ich das aus hygienischen Gründen eher ab. Hier sind dann alternative Verschlüsse gefragt.
  • Kosten:
    Naturkorken sind teuer – mit Auswirkungen auf den Preis einer Flasche Wein.

Öffnen:

  • Wenn die Kapsel nicht über ein Abrissband verfügt, benötigst du ein Messer zum Abschneiden der Kapsel. Mit einem Korkenzieher kannst du dann den Korken entfernen.
    Tipp: Leg‘ dir ein Kellnerbesteck zu, das ist handlich und praktisch und hat alles, was du zum Öffnen deiner Weinflasche brauchst. Ein kleines Messer zum Aufschneiden der Kapsel ist integriert. Die Wendel sollte hohl sein (eine „Seele“ haben – ein Streichholz sollte hindurchpassen). Billige, geschlossene Spritzgusswendeln können vor allem brüchige Korken hoffnungslos zerschreddern. Super ist, wenn dein Kellnerbesteck über einen zweistufigen Hebel verfügt – damit lassen sich auch lange Korken spielend leicht ziehen.
Ein Kellerkorkenzieher ist handlich und hat alles, was du zum Öffnen einer Weinflasche mit Kork-Verschluss brauchst.

Fazit:

Ein traditioneller, optisch ansprechender Verschluss. Zum Öffnen benötigst du einen Korkenzieher, eventuell zusätzlich ein Messer für die Kapsel. Zum Wiederverschließen einer angebrochenen Flasche greift man zu Alternativen.

Presskorken

Eine günstigere Variante des Naturkorkens ist der Presskorken. Für ihn werden Korkreste, die bei der Herstellung von Naturkorken anfallen, fein granuliert. Das Granulat wird zu Strängen gepresst, auf die gewünschte Länge geschnitten und geschliffen.

Die Vorteile:

  • Dichtigkeit:
    Die Flasche ist auslaufsicher verschlossen. Der Presskorken ist aufgrund des Leims, mit dem das Korkgranulat verbunden wird, nicht gasdurchlässig.
  • Image:
    Presskorken werden eher bei günstigen bis sehr günstigen Weinen, mitunter aber auch bei mittelpreisigen Weinen als Verschluss eingesetzt. Die Anfälligkeit für Fehler (Korkton) ist sehr hoch, bei Weinkennern ist der Presskorken daher nicht gern gesehen (siehe Nachteile).
  • Alterungspotenzial:
    Eher nicht zutreffend – Presskorken finden sich eher in Weinen, die zum schnellen Konsum gedacht sind.

Die Nachteile:

  • Geschmacksneutralität:
    Die Fehlerquote bei Presskorken ist vergleichsweise hoch.
    Korkfehler aufgrund von kontaminiertem Grundmaterial sind häufig.
    Auch ein so genannter Lösungsmittelton ist nicht selten: das Korkgranulat wird mit lösungsmittelhaltigen Klebstoffen verleimt. Deren Geruch kann den Wein beeinträchtigen.
  • Nur mit Werkzeug zu öffnen:
    Für das Entfernen des Presskorkens aus dem Flaschenhals benötigst du einen Korkenzieher.
  • Lagerung:
    Weinflaschen mit Presskorkverschluss solltest du möglichst nicht lange lagern.
  • Wieder verschließen:
    Einmal entfernt, lässt sich der Presskorken meist nicht mehr in den Flaschenhals zurückdrücken – das im Flaschenhals zusammengepresste Material dehnt sich nach dem Entfernen etwas aus. Manchmal klappt es, den Korken umgedreht in den Flaschenhals zu drücken – persönlich lehne ich das aus hygienischen Gründen eher ab und würde zu alternativen Verschlüssen greifen.

Unfallfrei öffnen:

  • Wenn die Kapsel nicht über ein Abrissband verfügt, benötigst du ein Messer zum Abschneiden der Kapsel. Mit einem Korkenzieher kannst du dann den Korken entfernen.

Fazit:

Optisch und haptisch ähnlich des teuren Naturkorks, aber noch unzuverlässiger, was Fehler angeht. Zum Öffnen benötigst du einen Korkenzieher, eventuell zusätzlich ein Messer für die Kapsel. Zum Wiederverschließen einer angebrochenen Flasche greift man zu Alternativen.

Scheibenkorken

Ein Zwischending zwischen dem teuren Naturkorken und dem billigen Presskorken ist der Scheibenkorken. Man nimmt einen Presskorken und klebt auf eine oder beide Stirnseiten eine dünne Scheibe eines Naturkorkens. Die Idee: mit dem Wein in Kontakt ist ein Naturkork ohne Leimanteil.

Die Vorteile:

  • Dichtigkeit:
    Die Flasche ist auslaufsicher verschlossen.
  • Optik / Haptik:
    Nicht so billig wie beim Presskorken, aber auch nicht so hochwertig wie ein Naturkorken.
    „Ploppt“ beim Öffnen, für Verbraucher, die darauf stehen.

Die Nachteile:

  • Geschmacksneutralität:
    Die Fehlerquote (Korkschmecker und Lösungsmittelton) bei Scheibenkorken ist ebenfalls recht hoch.
  • Nur mit Werkzeug zu öffnen:
    Für das Entfernen des Scheibenkorkens benötigst du einen Korkenzieher.
  • Lagerung:
    Mit einem Scheibenkorken verschlossene Weinflaschen sollten möglichst nicht lange gelagert werden.
  • Wieder verschließen:
    Auch der Scheibenkorken lässt sich nicht ohne Weiteres in den Flaschenhals zurückdrücken. Ich empfehle alternative Verschlüsse.

Unfallfrei öffnen:

  • Wenn die Kapsel nicht über ein Abrissband verfügt, benötigst du ein Messer zum Abschneiden der Kapsel. Mit einem Korkenzieher kannst du dann den Korken entfernen.

Fazit:

Optisch und haptisch dem teuren Naturkork ähnlich, aber ebenfalls mit einer hohen Fehlerquote behaftet. Zum Öffnen benötigst du einen Korkenzieher, eventuell zusätzlich ein Messer für die Kapsel. Zum Wiederverschließen einer angebrochenen Flasche greift man zu Alternativen.

Sekt- und Champagnerkorken

Korken für Schaumweinflaschen sind eine Sonderform des Scheibenkorkens. Hier sollen zwei oder manchmal auch drei Naturkorkscheiben eine Barriere zwischen Wein und Presskorken bilden. Die Naturkorkscheiben sind von höher Qualität und dicker als bei billigen Scheibenkorken, so soll die Geschmacksneutralität gewährleistet werden.

Die Vorteile:

  • Dichtigkeit:
    Die Flasche ist auslaufsicher verschlossen.
  • Optik / Haptik:
    Nicht so billig wie beim Presskorken, aber auch nicht so hochwertig wie ein Naturkorken.
    „Ploppt“ beim Öffnen, für Konsumenten, die darauf stehen.
  • Öffnen:
    Aufgrund des Flaschendrucks bei Sekt, Champagner & Co. ist für das Entfernen des Korkens kein Werkzeug erforderlich.

Die Nachteile:

  • Geschmacksneutralität:
    Die Fehlerquote ist im Vergleich zu billigeren Scheibenkorken aufgrund der dickeren / mehrfachen Scheiben reduziert.
  • Lagerung:
    Schaumweine ohne Jahrgangsangabe (Non Vintage) sind trinkfertig und schmecken frisch am besten – die Frage nach einer Lagerung sollte sich hier nicht stellen.
  • Wieder verschließen:
    Es ist unmöglich, einen Schaumweinkorken in den Flaschenhals zurückzudrücken – der Korken dehnt sich „pilzförmig“ aus. Versuche es mit alternativen Verschlüssen oder: trink‘ den Sprudel einfach aus 😉
Sektverschlüsse aus Presskork mit Agraffe

Unfallfrei öffnen:

  • Schaumweinkapseln haben meist ein Abrissband. Finde den Anfang, reiße die Kapsel auf und entferne sie. Jetzt hast du die Agraffe – das ist das Drahtkörbchen, das den Korken sichert, freigelegt. Der Draht der Agraffe ist unten zu einer Schlaufe zusammengedreht. Nimm die Flasche fest in eine Hand und löse mit der anderen Hand diese Schlaufe. Sobald du die Agraffe entfernst, halte einen Daumen oben auf den Korken – das verhindert, dass dir oder deinen Gästen der Korken als Geschoss um die Ohren fliegt. Sichere also mit dem Daumen der einen Hand den Korken und drehe mit der anderen Hand die Flasche. Wenn du spürst, dass der Druck steigt und der Korken aus dem Flaschenhals emporkommt, lass‘ den Daumen, wo er ist und lass‘ den Korken langsam und sanft aus dem Flaschenhals herausgleiten – Profis schaffen das nahezu geräuschlos 😉

Fazit:

Für hochwertige Schaumweine gibt es im Grunde nur diese Art von Verschluss. Optisch und haptisch wie ein Naturkork, aber eben aus Granulat. Zum Öffnen von Schaumweinflaschen benötigst du kein Werkzeug, nur etwas Übung.

DIAM-Korken

Dieser Marken-Korken des französischen Herstellers wird aus Korkgranulat hergestellt, das in einem speziellen Verfahren mit superkritischem CO2 gereinigt wurde. Es ist damit frei Stoffen, die zu Fehltönen im Wein führen können. Der Verschluss ist sowohl für Stillwein als auch für Schaumwein und mit unterschiedlicher Sauerstoffdurchlässigkeit erhältlich.

Die Vorteile:

  • Dichtigkeit:
    Die Flasche ist auslaufsicher verschlossen.
  • Geschmacksneutralität
    Aufgrund der Reinigung während des Herstellungsverfahrens sehr sicherer Verschluss ohne Risiko von Korkfehlern.
  • Optik / Haptik:
    Ähnlich wie Naturkork, ansprechend, sehr homogen (die Korken gleichen einander, es ist keine individuelle Korkenstruktur sichtbar). „Ploppt“ beim Öffnen, wenn man das will.

Die Nachteile:

  • Nur mit Werkzeug zu öffnen:
    Für das Entfernen des DIAM-Korkens benötigst du einen Korkenzieher.
  • Lagerung:
    Mit DIAM verschlossene Weine kannst du – ebenso wie Weine mit Naturkorken – liegend lagern. Was die Dauer Lagerfähigkeit angeht, gibt es – DIAM ist seit 2003 auf dem Markt – noch keine Langzeiterfahrungen.
  • Wieder verschließen:
    Auch der DIAM-Korken lässt sich nicht ohne Weiteres in den Flaschenhals zurückdrücken. Ich empfehle alternative Verschlüsse.

Unfallfrei öffnen:

  • Wenn die Kapsel nicht über ein Abrissband verfügt, benötigst du ein Messer zum Abschneiden der Kapsel. Mit einem Korkenzieher kannst du dann den DIAM-Korken entfernen.

Fazit:

Optisch und haptisch dem teuren Naturkork ähnlich und ohne Fehler. Zum Öffnen benötigst du einen Korkenzieher, eventuell zusätzlich ein Messer für die Kapsel. Zum Wiederverschließen gibt es alternative Verschlüsse.

Kunststoff-Korken (Spritzguss)

Der Spritzguss-Korken ist ein Kunststoffkorken und besteht aus einem geschäumten Kern, der von einer elastischen Hülle umgeben ist. Es gibt ihn in verschiedenen Ausführungen mit unterschiedlichen Lagerzeiten und Sauerstoffdurchlässigkeiten.

Die Vorteile:

  • Dichtigkeit:
    Die Flasche ist auslaufsicher verschlossen, aber gasdurchlässig.
  • Geschmacksneutralität
    Kein Korkgeschmack
  • Optik / Haptik:
    Ähnlich wie Naturkork, ansprechend, sehr homogen (die Korken gleichen einander, es ist keine individuelle Korkenstruktur sichtbar). „Ploppt“ beim Öffnen.
  • Kosten:
    Preisgünstiger Verschluss.

Die Nachteile:

  • Geschmacksneutralität:
    Gelegentlich kann der Wein durch das verwendete Material aromatisch beeinträchtigt werden.
  • Nur mit Werkzeug zu öffnen:
    Für das Entfernen des Kunststoff-Korkens benötigst du einen Korkenzieher.
  • Lagerung:
    Eher geringe Lagerdauer aufgrund begrenzter Dichtigkeit. Nach ca. 2 Jahren kann eine beschleunigte Oxidation eintreten.
    Laut Hersteller können Weine mit entsprechenden Verschlüssen bis zu zehn Jahre lang gelagert werden.

Unfallfrei öffnen:

  • Wenn die Kapsel nicht über ein Abrissband verfügt, benötigst du ein Messer zum Abschneiden der Kapsel. Mit einem Korkenzieher kannst du dann den Korken entfernen.

Fazit:

Optisch und haptisch dem teuren Naturkork ähnlich und ohne Fehler. Zum Öffnen benötigst du einen Korkenzieher.

Kunststoff-Korken (Nomacorc)

Die Kunststoff-Korken der FIrma Nomacorc bestehen aus Polymeren, die oft pflanzlichen Ursprungs sind.

Die Vorteile:

  • Dichtigkeit:
    Die Flasche ist auslaufsicher verschlossen, aber gasdurchlässig.
  • Geschmacksneutralität
    Kein Korkgeschmack
  • Optik / Haptik:
    Ähnlich wie Naturkork, ansprechend, sehr homogen (die Korken gleichen einander, es ist keine individuelle Korkenstruktur sichtbar). „Ploppt“ beim Öffnen.
  • Kosten:
    Preisgünstiger Verschluss.

Die Nachteile:

  • Geschmacksneutralität:
    Der Nomacorc-Verschluss hat eine Lagerdauer. Wird diese überschritten, kann der Wein geschmacklich beeinträchtigt werden – vor allem dann, wenn die Flasche liegend gelagert wurde und der Wein in Kontakt mit dem Verschlussmaterial stand.
  • Nur mit Werkzeug zu öffnen:
    Für das Entfernen des Kunststoff-Korkens benötigst du einen Korkenzieher.
  • Lagerfähigkeit
    Hierzu gibt es noch keine gesicherten Erkenntnisse.

Unfallfrei öffnen:

  • Wenn die Kapsel nicht über ein Abrissband verfügt, benötigst du ein Messer zum Abschneiden der Kapsel. Mit einem Korkenzieher kannst du dann den Korken entfernen.

Fazit:

Optisch und haptisch dem teuren Naturkork ähnlich und ohne Fehler. Zum Öffnen benötigst du einen Korkenzieher.

Das Drumherum: Kapsel, Wachs, Agraffe

Ein Korken kommt selten allein. In der Regel findest du auf verkorkten Weinflaschen ein weiteres Ausstattungsmerkmal. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um eine Kapsel und öfter auch mal um eine Wachsversiegelung. Bei der Schaumweinflasche versteckt sich unter der Kapsel auch noch eine Agraffe1.
Kapseln kommen in allen Farben und Mustern daher und enthalten gelegentlich auch Informationen (zum Beispiel Qualitätsbezeichnungen wie „DAC“ oder Kürzel von Verbänden wie „VDP“. Der ursprüngliche Zweck von Kapseln ist aber nicht das Marketing.
Ob aus Kunststoff, Aluminium oder Wachs – die Kapsel schützt den Korken vor Staub, Schmutz und Austrocknung. Auch die Larven der Korkmotte kommen so nicht mehr an den Korken heran.
Zusätzlich wird der durch den Korken stattfindende Gasaustausch verlangsamt – der Wein bleibt länger frisch.
Außerdem soll die Kapsel die Unversehrtheit des Weins gewährleisten – ist die Kapsel unbeschädigt, darfst du davon ausgehen, dass der Wein nicht schon mal geöffnet wurde. Damit ist die Flasche manipulationssicher, oder auf Englisch „tamper-proof“.
Früher waren Kapseln aus einer Bleilegierung – diese war toxisch und ist heute verboten.
Moderne Kapseln bestehen aus Materialien wie Zinn (auch als Stanniol bezeichnet), Aluminium oder Kunststoffen (PET, Polyethylen oder PVC).
Aktuell findet man verstärkt wieder Weine mit „Kapseln“ aus Wachs. Hochwertige Weine, aber auch viele so genannte Naturweine werden recht häufig mit einer von Hand aufgebrachten Wachsversiegelung versehen. Auch bei Großflaschen kommt diese Versiegelung oft zum Einsatz, da diese Flaschen kaum maschinell zu bearbeiten sind.

Kapseln - egal ob aus Stanniol, Aluminium oder Kunststoff schützen den Korken vor Verschmutzung und Beschädigung. Ebenso wie die aktuell wieder sehr beliebte Wachsversiegelung:

Öffnen:

Kapsel

  • mit Abrissband:
    Suche die Lasche und ziehe das Abrissband ab. Der so genannte Kapselhut ist nun getrennt vom Rest der Kapsel, kann abgehoben werden und du kannst den Korkenzieher ansetzen.
    Tipp: die Abrisskante kann je nach Kapselmaterial mehr oder weniger scharfkantig sein. Gib also Acht, damit du dir nicht in den Finger schneidest. .
  • ohne Abrissband:
    Schneide mit dem Messer des Kellnerbestecks oder einem speziellen Kapselschneider die Kapsel unterhalb des Kapselhuts auf (dort, wo der Flaschenhals eine Verdickung hat. Am besten setzt du das Messer knapp unterhalb des Wulstes an, so wird das Messer einerseits geführt und du hast einen schönen glatten Schnitt. Und andererseits endet der aufgeschnittene Rest der Kapsel knapp unterhalb des Wulstes und beim Einschenken kommt kein Wein mit dem Kapselmaterial in Berührung.
    Tipp: Ich bin dazu übergegangen, Kapseln aller Art mit dem Messer des Kellnerbestecks von oben nach unten aufzuschneiden und vollständig zu entfernen – so entfallen sowohl Verletzungsgefahr als auch das Einschenken über den Kapselrand.

Wachsversiegelung

Flaschen mit Wachsversiegelung sehen hochwertig aus und entsprechen dem Zeitgeist. Und das Öffnen ist einfacher, als du vielleicht annimmst.

  • Setze die Spitze des Korkenziehers direkt auf der Wachsversiegelung über der Mitte der Flaschenöffnung an. Drehe die Wendel des Korkenziehers durch das Wachs in den Korken hinein und ziehe den Korken wie gewohnt sanft heraus.
    Bei einem hochwertigen Wachs wird die Wachsversiegelung mehr oder weniger glatt brechen – ein kleiner Hut bleibt oben auf dem Korken liegen und die am Flaschenhals verbleibende Versiegelung hat eine glatte Bruchkante. Kontrolliere den Flaschenhals nochmal auf kleine Wachsbrösel und entferne diese vorsichtig. Achte dabei darauf, dass keine Wachsbrösel in den Wein fallen. Zum Ausschenken des Weins verwende dann am besten einen Ausgießer, wie zum Beispiel DropStop, so gelangen garantiert keine Wachsbrösel von der Abbruchkante in den Wein.
  • Alternativ kannst du mit dem Messer des Kellnerbestecks die Wachskapsel entlang bzw. knapp unter der Flaschenöffnung aufschneiden, das Wachs entfernen und dann den Korkenzieher auf den freigelegten Korken aufsetzen. Bei dieser Methode besteht allerdings die Gefahr, dass das Ganze eine ziemliche Fitzelei wird, wenn das Wachs nicht schön glatt abbricht, sondern eher am Messer kleben bleibt und/oder in kleine Brösel zerfällt. Das sieht dann meistens nicht so schön aus. Blöder noch: Wachsbrösel vom Flaschenrand oder der Korkenoberseite können beim Herausziehen des Korkens erst recht in den Wein fallen. Auch die Verletzungsgefahr ist höher, denn auf dem glatten Wachs kann schnell mal das Meser ausrutschen.
    Tipp: Lieber Variante 1 anwenden – das ist in den allermeisten Fällen, schneller, sauberer und optisch ansprechender.

Agraffe

Nachdem du die Kapsel der Schaumweinflasche entfernt hast, sieht du, dass sich darunter ein Drahtkörbchen verbirgt – die Agraffe. Aufgabe der Agraffe ist es, den Korken zu sichern, damit dieser durch den Druck im Inneren der Flasche nicht herausgedrückt werden kann.
Der Draht der Agraffe ist unter dem Wulst des Flaschenhalses fest zusammengedreht und bildet eine kleine Schlaufe. Nimm die Flasche fest in eine Hand und drehe mit der anderen Hand diese Schlaufe auf, bis das Drahtkörbchen sich so weit lockert, dass du es abnehmen kannst. Aber Vorsicht: wenn du die Agraffe entfernst, halte deinen Daumen oben auf den Korken – so spürst du, ob der Druck in der Flasche den Korken bereits herausschiebt und kannst vermeiden, dass der Korken unkontrolliert herausschießt.
Sichere also mit dem Daumen der einen Hand den Korken und drehe mit der anderen Hand vorsichtig die Flasche (!) – nicht den Korken. Wenn du spürst, dass der Druck steigt und der Korken aus dem Flaschenhals emporkommt, lass‘ den Daumen, wo er ist und lass‘ den Korken langsam und sanft aus dem Flaschenhals herausgleiten.

Nun kennst du die wichtigsten Flaschenverschlüsse mit ihren jeweiligen Vorteilen und Nachteilen. Und: du kannst sie profimäßig öffnen 🙂
Übrigens: In jedem Workshop öffnen wir auch ein paar Flaschen. Aber wir verkosten natürlich auch ausgiebig den Inhalt und du erfährst alles über die Grundlagen der Weinsensorik. Wie wär’s?


  1. In der Champagne heißt das Körbchen „Muselet“ (deutsch „Maulkorb“). Die Agraffe ist eigentlich eine Klammer, die während der zweiten Gärung quer über dem Korken sitzt (sofern kein Kronkorken verwendet wird). Das verhindert, dass der ansteigende Druck in der Flasche den Korken irgendwann doch herausdrückt. Im deutschen Sprachgebrauch hat sich aber „Agraffe“ auch für das Drahtkörbchen eingebürgert. ↩︎

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